Ihr denkt jetzt bestimmt, was soll das? Hat sie nicht erst vor kurzem einen Beitrag über die Hagebutte geschrieben? Ja, hat sie. Und dann hat sie sich weiter damit beschäftigt, und spannende, neue Erkenntnisse gewonnen. Diese sollen nun auch zu Eurer Weiterbildung dienen! 😊
Eine schöne Geschichte, die mir beim Recherchieren über den Weg lief, ist die staatliche Hagebuttensammlung in England im zweiten Weltkrieg. England, eine Nation der Seefahrer hatte schon früh das Privileg, aus fernen Ländern nahrhafte und vitaminreiche Zitrusfrüchte ins Land zu bekommen. Im zweiten Weltkrieg fielen diese Lieferungen aber weitestgehend aus. Die Bevölkerung, besonders die Kinder, benötigten aber Abwehrkräfte und Vitamine. Da besann man sich auf die einheimischen Früchte und propagierte die Sammlung der Hagebutte.
Hagebutten enthalten ein Vielfaches mehr Vitamin C als Zitronen. Dazu kommen noch Betacarotin, Lycopin, Pektine und Fruchtsäuren. Ebenso eine wunderbare Kombination aus Farbstoffen und Antioxidantien.
Eine weitere Tatsache, die wir als Kinder anders beigebracht bekamen, ist die Sache mit dem Erhitzen und dem Verschwinden von eben diesem wichtigen Vitamin C.
Uns wurde beigebracht, dass Vitamin C wasserlöslich und hitzeempfindlich ist, und daher der Hagebuttentee gar nicht so gesund ist, wie wir meinen. ABER, und jetzt kommt die neue Erkenntnis: Es kommt auf die Zubereitung an, denn ja, Vitamin C gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen, aber diese gehen, bei Beachtung von ein paar Kleinigkeiten in das Wasser, also den Tee über! (Nebenbei: das gilt übrigens auch beim Kochen von Gemüse: Wenn man also die Vitamine nicht aus dem Essen herauskochen und entsorgen möchte, hebt man einen Teil des Kochwassers auf und bereitet damit die passende Soße fürs Gemüse zu…)
Bei der Teezubereitung gibt es einen wichtigen Zusammenhang von Temperatur und Zeit.
Ideal ist daher Wasser mit einer Temperatur von etwa 80 Grad. Die Ziehzeit sollte zwischen 6 und 8 Minuten betragen. Auf diese Weise hat man eine gute Vitamin C Ausbeute im Tee „gefangen“. Den Tee abgedeckt ziehen lassen, so bleiben die wertvollen Stoffe in der Kanne oder Tasse und verflüchtigen sich nicht im Raum.
Wer mag, nimmt auch die Kerne dazu, denn diese sind ebenfalls eine Quelle der Energie. Sie enthalten unter anderem Kieselsäure und Galaktolipide. Im schwäbischen gibt es den Begriff „Kernles-Tee“. Dieser gilt klassisch als Erkältungs-Killer. Die Kerne werden über Nacht eingeweicht und danach ebenfalls mit 80° C warmen Wasser übergossen. Wichtig ist hier, dass der fertige Tee gut gefiltert wird (Kaffeefilter) um die feinen Härchen aufzufangen. Diese wären beim Schlucken des Tees unangenehm und könnte zu Halskratzen und Hustenreiz führen.
Nun hoffe ich, dass euch meine neuen Erkenntnisse in Sachen Hagebutte ebenfalls gefallen haben und ihr gerne mal den einen oder anderen „Tee aus dem Garten“ trinkt.